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Marktbericht
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Iridium-Finanzierung gesichert und Berenberg mit Strong Buy — doch Rocket Labs Konsens-Kursziel von 109 USD liegt noch weit über dem aktuellen Kurs

Knapp 1,94 Mrd. USD frisches Kapital für die Iridium-Übernahme, neue germaniumfreie Solarzellen mit 31,5 % Wirkungsgrad und ein Analystenfeld, das im Schnitt 70 % Aufwärtspotenzial sieht: Wie viel davon ist bereits eingepreist?

Berenberg initiierte die Aktie Anfang September mit Strong Buy und einem Kursziel von 83 USD. Raymond James folgte wenig später mit einem Outperform-Rating und 80 USD Ziel. Needham, KeyBanc und Cantor Fitzgerald liegen teils bei 120 bis 135 USD. Der Konsens aus 18 Analysten ergibt ein mittleres Kursziel von rund 109 USD — das ist die Kulisse, vor der Rocket Lab heute rund 5,6 % zulegt.

Der konkrete Auslöser liegt einige Tage zurück: Rocket Lab schloss eine Aktienplatzierung über rund 1,944 Mrd. USD ab, um die geplante Übernahme von Iridium Communications zu finanzieren. Der Markt reagierte zunächst mit einem Anstieg von etwa 3 %, und die Neubewertung setzt sich seither fort. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar — Iridium bringt wiederkehrende Umsätze aus dem Satellitenkommunikationsgeschäft, was Rocket Labs Profil vom reinen Launch-Provider weg und in Richtung Infrastrukturanbieter verschiebt.

Hinzu kommt die IMM Apex Solarzelle, die Rocket Lab kürzlich vorstellte: germaniumfrei, 31,5 % Wirkungsgrad zu Beginn der Lebenszeit, rund 40 % leichter als konventionelle Zellen. Das klingt nach Produktpolitik, ist aber auch Positionierungsstrategie — wer Solarpanels, Raumfahrzeuge und Starts aus einer Hand anbietet, kann höhere Margen rechtfertigen als ein reiner Raketenbetreiber.

Operativ läuft das Electron-Programm stabil: Die 95. Mission wurde im September erfolgreich abgeschlossen, die Launch-Cadence gilt als zuverlässig. Das trägt, ist aber kein Tages-Katalysator.

Was fehlt, ist Profitabilität. Der EPS-Konsens für das laufende Jahr liegt bei minus 0,05 USD. Der nächste Earnings Call ist für den 9. November angesetzt — noch rund sieben Wochen entfernt. Bis dahin wird der Kurs primär von Narrativ und Analystenstimmung getragen, nicht von Gewinnen. Das ist bei Space-Growth-Titeln üblich, macht die Bewertung aber anfällig für jede operative Enttäuschung. Ein KGV lässt sich bei negativem EPS ohnehin nicht sinnvoll berechnen; der Markt bewertet hier Umsatzwachstum und die Neutron-Rakete als künftigen Hebel.

Bemerkenswert ist, dass Rocket Lab heute zulegte, obwohl der Gesamtmarkt schwächer tendierte. Das deutet auf aktienspezifische Nachfrage hin — vermutlich von Growth- und Space-orientierten Fonds, die die Iridium-Story und die Analystenunterstützung als Einstiegspunkt nutzen.

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