J.P. Morgan hat Salesforce diese Woche auf „Overweight” hochgestuft und ein Kursziel von rund 250 USD ausgegeben — das sind gut 27 % über dem aktuellen Kurs von etwa 196 USD. Solche Aufstufungen kurz vor einem Earnings-Termin sind selten zufällig, und der Markt hat entsprechend reagiert.
Das Handelsvolumen lag heute bei rund 14 Millionen Aktien, verglichen mit einem 30-Tage-Schnitt von etwa 11,5 Millionen. Das ist kein Rauschen, sondern aktives Kaufen. Gleichzeitig meldete die First National Bank of Omaha den Erwerb von 76.617 Salesforce-Aktien — ein kleiner, aber sichtbarer institutioneller Schritt, der das Bild abrundet. Institutionelle Investoren halten bereits rund 80 % der ausstehenden Aktien; der Marginaleffekt eines weiteren Käufers ist begrenzt, das Signal aber konstruktiv.
Der Earnings-Termin am 27. August wirft seinen Schatten voraus. Der Konsens erwartet ein EPS von rund 2,35 USD. Analysten mit Kurszielen zwischen 240 und 276 USD argumentieren, Salesforce werde trotz Qualitätsprofil noch mit einem Abschlag gehandelt — was im Cloud-Software-Segment tatsächlich ungewöhnlich ist, wenn man die operative Marge und die Cashflow-Generierung der letzten Quartale betrachtet.
Auf Jahressicht ist die Aktie allerdings noch im Minus, und Morgan Stanley hält ein deutlich vorsichtigeres Kursziel von 185 USD — also unterhalb des aktuellen Kurses. Das ist der Widerspruch, den man nicht wegdiskutieren sollte: Während J.P. Morgan bullish positioniert, sieht Morgan Stanley den fairen Wert bereits überschritten. Wer vor dem Earnings-Termin kauft, wettet darauf, dass die Zahlen die Skeptiker überstimmen.
Ob das gelingt, hängt vor allem davon ab, wie Salesforce die Monetarisierung seiner KI-Funktionen — insbesondere Agentforce — in konkrete Umsatzzahlen übersetzen kann. Bisher ist das mehr Narrativ als Kennzahl.
