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Marktbericht
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JPMorgan hebt CoreWeave auf Overweight, aber Rothschild Redburn sieht fallende GPU-Preise als strukturelles Margenproblem

Konsensus-Kursziel von 138 Dollar, EPS-Schätzung für 2026 bei minus 1,57 Dollar: Wie viel Bewertungsprämie verträgt ein KI-Cloud-Anbieter, der noch tief in den roten Zahlen steckt?

Zwei Analysten, zwei entgegengesetzte Thesen — und der Kurs gibt nach. JPMorgan stufte CoreWeave am 24. September von „Neutral” auf „Overweight” hoch und erhöhte das Kursziel von 120 auf 125 US-Dollar. Einen Tag zuvor hatte Rothschild Redburn die Aktie mit „Sell” eingestuft und auf sinkende GPU-Mietpreise verwiesen, die Margen und Renditen der Rechenzentren strukturell belasten könnten. Der Markt hat offenbar entschieden, welcher Einschätzung er mehr Gewicht beimisst.

Das ist kein Widerspruch, der sich leicht auflöst. CoreWeave profitiert kurzfristig von der Knappheit an GPU-Kapazität und hat zuletzt mit dem Go-live der Nvidia-Vera-Rubin-Infrastruktur sowie einem mehrjährigen Vertrag mit Harell Data positive Signale gesetzt. Doch das Geschäftsmodell hängt direkt an GPU-Preisen — und wenn diese fallen, schrumpft die Marge auf der Einnahmenseite, während die Abschreibungen auf der Kostenseite fix bleiben.

Der Earnings-Termin am 9. November rückt näher, und die Konsensschätzung von minus 1,57 US-Dollar EPS zeigt, dass Profitabilität noch kein Thema ist. 38 Analysten decken das Gesamtjahr ab; das durchschnittliche Kursziel laut MarketBeat liegt bei 138,31 Dollar, mit 21 Kaufempfehlungen, zehn Halteempfehlungen und drei Verkaufsempfehlungen. Die Streuung ist groß, was bei einer Aktie, deren Bewertung fast vollständig auf Annahmen über künftige Nachfrage basiert, wenig überrascht.

Der heutige Rückgang lässt sich am ehesten als Gewinnmitnahme nach der jüngsten Erholung lesen, kombiniert mit der Unsicherheit, die Redburns Sell-Einstufung in den Markt gebracht hat. Wer auf das JPMorgan-Upgrade gesetzt hatte, nimmt jetzt Gewinne mit — und wartet auf den 9. November.

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