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Marktbericht
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Kann CoreWeave seinen 104-Milliarden-Dollar-Auftragsbestand noch rechtfertigen, wenn die eigene Anleihe mit 15 % Rendite gehandelt wird?

Eine Anleiherendite nahe 15 % und ein frisches Kapitalaufnahmeprogramm über 3 Milliarden Dollar signalisieren: Der Markt bewertet CoreWeaves Bilanzrisiko neu — unabhängig vom Auftragsbestand.

Wenn die eigene Unternehmensanleihe zeitweise mit 15 % Rendite gehandelt wird, ist das kein technisches Detail mehr — das ist ein Kreditmarkt-Urteil. Und genau dieses Urteil hat CoreWeave (CRWV) heute eingeholt.

Die Aktie verlor im Tagesverlauf rund 16 %, nachdem das Unternehmen gleich zwei Kapitalmaßnahmen ankündigte: ein „at-the-market”-Aktienprogramm über bis zu 35 Millionen Aktien sowie eine private Wandelanleihe über 3 Milliarden US-Dollar. Beides zusammen verstärkt die Sorge vor Verwässerung und wachsender Zinslast — und das in einem Moment, in dem CoreWeave ohnehin schon mit den Zahlen kämpft. Im zweiten Quartal lag der Zinsaufwand bei rund 640 Millionen US-Dollar, der Quartalsverlust bei 626 Millionen. Die Gesamtverschuldung soll laut Berichten bei rund 52 Milliarden US-Dollar liegen.

D.A.-Davidson-Analyst Gil Luria formulierte es ungewohnt direkt: Bei einer Abschwächung der KI-Investitionswelle könnte der Eigenkapitalwert theoretisch auf null fallen. D.A. Davidson hatte das Kursziel bereits zuvor von 175 auf 100 US-Dollar gesenkt und die Aktie auf „Neutral” gestuft. Elon Musk kommentierte die Anleiherendite auf X schlicht mit „Yikes” — was zumindest für Aufmerksamkeit sorgte, wenn auch nicht für Substanz.

Der Rückgang ist kein Einzelereignis. Auch Nebius gab heute rund 6 % nach, Oracle rutschte ab. Das Muster ist dasselbe: Der Markt hinterfragt, ob die hohen Investitionsausgaben im KI-Infrastrukturbereich bei steigenden Kapitalkosten noch tragfähig sind.

CoreWeave verweist auf einen Auftragsbestand von rund 104 Milliarden US-Dollar. Das ist real — aber Auftragsbestände zahlen keine Zinsen. Und mit einem erwarteten EPS von minus 1,57 US-Dollar vor dem nächsten Quartalsbericht in etwa vier Wochen dürfte die Frage nach dem Cashflow-Pfad noch lauter werden.

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