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Marktbericht
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Kann J&J das bereinigte EPS-Defizit von 16 Cent rechtfertigen, wenn gleichzeitig 5,52 Milliarden Dollar für den Talkum-Vergleich zurückgestellt werden?

Eine Talkum-Rückstellung von 5,52 Mrd. Dollar trifft auf ein bereinigtes EPS, das 16 Cent unter dem Analysten-Konsens liegt — und das nach einem Jahresanstieg von über 25 %.

Sechs von sieben Analysten hatten J&J vor den Zahlen mit „Buy” bewertet, das durchschnittliche Kursziel lag knapp unter 290 Dollar. Das bereinigte EPS kam bei 2,59 Dollar herein. Der Konsens hatte 2,75 Dollar erwartet. Das ist kein Rauschen, das ist eine klare Verfehlung — und der Markt hat entsprechend reagiert.

Der eigentliche Schlag kam aber aus der Bilanz: J&J stellte 5,52 Milliarden Dollar vor Steuern für den geplanten Vergleich im Talkum-Rechtsstreit zurück, der sich um mögliche Zusammenhänge zwischen dem Puder und Eierstockkrebs dreht. Diese Einmalbelastung drückte den GAAP-Gewinn massiv und war der zentrale Auslöser für den Kursrückgang auf zeitweise 250,65 Dollar.

Operativ ist das Bild weniger düster. Tremfya und Icotyde wachsen, RBC hat sein Kursziel auf 290 Dollar angehoben und verweist auf die starke Pharmadynamik. UBS bestätigte die Kaufempfehlung. Das Problem ist nicht das laufende Geschäft, sondern die Kombination aus hoher Bewertung nach einem 25-Prozent-Jahresanstieg, einem EPS-Miss und einer Rückstellung, die in ihrer Größenordnung selbst für einen Konzern dieser Klasse auffällt.

Hinzu kommen strukturelle Fragen, die der heutige Tag nicht gelöst hat: Imbruvica und Darzalex verlieren 2027 und 2028 ihren Patentschutz. Ob die Pipeline diese Lücken schließen kann, bleibt offen. Der heutige Ausverkauf ist insofern keine Überreaktion auf schlechte operative Zahlen, sondern eine Neubewertung der Risikoprämie — bei einem Titel, der zuletzt wenig Spielraum für Enttäuschungen eingepreist hatte.

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