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Marktbericht
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Kann KKRs reduzierte Beteiligung auf 20 Prozent OHBs Aufwärtsstory bei einem Kursziel von 358 Euro dauerhaft belasten?

Berenberg bestätigt Buy mit 358-Euro-Ziel, die Deutsche Bank sieht das Auftragspotenzial vom Markt unterschätzt — und trotzdem gibt die Aktie nach. Der KKR-Anteilsabbau liefert eine Erklärung.

Berenberg hat OHB am 29. September erneut als Top-Pick eingestuft und das Kursziel bei 358 Euro belassen. Das Management habe auf der German Corporate Conference ein weiteres starkes Auftragsjahr bestätigt. Gleichzeitig hatte die Deutsche Bank das Kursziel kurz zuvor von 275 auf 300 Euro angehoben — Analyst Sriram Krishnan argumentiert, der Markt unterschätze das mittelfristige Auftragspotenzial systematisch. Beide Häuser stehen also klar auf der Kaufseite.

Dass die Aktie an diesem Tag dennoch auf rund 178 bis 180 Euro zurückfiel, hat wenig mit den Fundamentaldaten zu tun. Zwei Faktoren drücken: Erstens hatte OHB am Freitag zuvor rund 5,8 Prozent zugelegt — der heutige Rückgang ist zu einem guten Teil schlichte Gegenbewegung. Zweitens hat KKR seine Beteiligung auf 20 Prozent reduziert. Ein Großaktionär, der abbaut, hinterlässt im Markt immer die Frage, ob weitere Tranchen folgen. Dieser Verkaufsüberhang wirkt auch dann, wenn keine neue Tranche angekündigt ist.

Fundamentale Eintrübung ist das nicht. OHB ist seit dem 21. September wieder im TecDAX, eine Kooperation mit Saab ist in Planung, und die Wachstumsprognosen für 2026 und 2027 sind unverändert positiv. Die Neunmonatszahlen folgen am 12. November — bis dahin bleibt der Markt bei einer EPS-Schätzung von 0,87 Euro und hohen Erwartungen, was kurzfristig eher zur Vorsicht als zur Kauflaune einlädt.

Das Bild ist damit klar widersprüchlich: Analysten mit Kurszielen zwischen 300 und 358 Euro, Aktie bei 178 Euro — und trotzdem Verkäufe. Wer auf die Lücke zwischen Kurs und Konsens-Kursziel setzt, braucht Geduld und muss den KKR-Überhang einpreisen.

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