Morgan-Stanley-Analyst Joseph Moore hat sein Kursziel Anfang Juni auf 1.750 USD angehoben und die Übergewichten-Empfehlung bestätigt. Das klingt bullish — ist es aber nur bedingt. Das Basisszenario der gleichen Analyse liegt bei 1.690 USD, also unter dem Niveau, das die Aktie zuletzt erreicht hatte. Wer das liest und gleichzeitig auf einen Kursstand nahe 2.300 USD schaut, versteht, warum heute Verkäufer das Heft übernommen haben.
Der Rückgang von gut elf Prozent ist kein Einzelfall im Sektor. Micron verlor heute rund sieben Prozent, ASML ebenfalls sieben Prozent, Nvidia knapp drei Prozent. Sandisk ist durch seine NAND- und HBM-Exposition eng mit dem KI-Hardware-Segment verknüpft — bei sektorweiten Risk-Off-Bewegungen trifft es hochbewertete Momentum-Namen überproportional hart.
Unternehmensspezifisch gibt es heute keine negativen Nachrichten. Die zuletzt kommunizierte Prognose für das laufende Quartal sieht einen Umsatz von 7,75 bis 8,25 Milliarden USD und eine Non-GAAP-Bruttomarge von 79 bis 81 Prozent vor — das wäre das stärkste Margenprofil der Unternehmensgeschichte. Die operative Story, gestützt auf das 3D-Speicherpatent und die Abspaltung von Western Digital, ist intakt.
Relevant wird der Earnings-Termin am 13. August. Mizuho und andere Analysten beobachten insbesondere, ob neue NBM-Speicher-Deals kommuniziert werden. Bis dahin bleibt die Aktie in einem Zustand, den man sachlich so beschreiben kann: Die Fundamentaldaten rechtfertigen eine hohe Bewertung, aber nicht jede Bewertung. Bei einem Kurs, der das Analysten-Kursziel um 30 Prozent übertrifft, braucht es keine schlechten Nachrichten für einen Rücksetzer — es reicht, dass keine neuen guten kommen.
