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Marktbericht
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Kann Western Digitals KI-Speicher-Story eine Verdoppelung der Toshiba-HDD-Kapazität absorbieren?

Toshiba investiert rund 400 Mio. USD, um seine Nearline-HDD-Produktion bis 2027 zu verdoppeln — das trifft Western Digital genau dort, wo die Bewertung zuletzt am stärksten gestiegen war.

Knappheit war das Argument. Wer in Western Digital oder Seagate investiert hat, tat das mit der Erwartung, dass die explodierende Nachfrage nach Nearline-Speicher für KI-Rechenzentren auf ein strukturell begrenztes Angebot trifft. Dieser Knappheitspremium ist am Freitag erheblich kleiner geworden.

Auslöser war ein Bericht, wonach Toshiba rund 60 Mrd. Yen — umgerechnet etwa 380 bis 400 Mio. USD — in den Ausbau seiner HDD-Fertigungskapazitäten investieren will, unter anderem auf den Philippinen. Ziel: Verdoppelung der Produktion bis zum Geschäftsjahr 2027. Der Markt reagierte prompt: Western Digital verlor im Tagesverlauf rund 12 %, Seagate zeitweise sogar 10 bis 15 %. Das ist kein unternehmensspezifischer Rückschlag, sondern eine Neubewertung des gesamten HDD-Sektors.

Operativ hat Western Digital nichts gemeldet. Keine Gewinnwarnung, keine Guidance-Senkung, kein Analystenwechsel. Das Konsensrating bei MarketBeat bleibt „Moderate Buy” — 18 von 25 Analysten empfehlen Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 534,56 USD, das mediane Sechsmonatsziel laut QuiverQuant sogar bei 597,50 USD. Rosenblatt hält zuletzt ein Buy-Rating aufrecht.

Dass der Rückgang so scharf ausfiel, hat auch mit dem Ausgangsniveau zu tun: Die Aktie war am 1. Oktober noch um 1,78 % gestiegen und hatte im Jahresverlauf erheblich zugelegt. Wer Gewinne sichern wollte, hatte einen Anlass.

Nun rückt der Earnings-Termin am 29. Oktober stärker in den Fokus. Die EPS-Schätzung liegt bei 3,97 USD. Anleger werden prüfen, ob das Management die Toshiba-Expansion als beherrschbar einordnet — oder ob die Preisprognosen für Nearline-HDDs nach unten korrigiert werden müssen. Das ist die eigentliche Frage, die der Freitag aufgeworfen hat.

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