
RTX Corporation veröffentlicht am 20. Oktober 2026 vor US-Börsenbeginn die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026. Der Konzern, der mit Collins Aerospace, Pratt & Whitney und Raytheon drei sehr unterschiedliche Geschäfte unter einem Dach führt, steht vor einem Berichtstag, bei dem die Zahlen selbst fast Nebensache sind — der Ausblick zählt.
Analystenerwartungen
Der Konsens liegt bei 1,78 US-Dollar je Aktie. Auf Basis des TTM-EPS von 5,68 US-Dollar ergibt sich ein KGV von rund 34 — für einen Industriekonzern keine niedrige Bewertung. Analysten dürften neben dem EPS besonders auf den freien Cashflow, die operative Marge je Segment und das organische Umsatzwachstum achten. Konkret: Wächst Raytheon schnell genug, um Kostendruck und Lieferkettenprobleme bei Pratt & Whitney zu kompensieren?
Bewertungskontext
Ein KGV von 34 lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen. RBC hat das Kursziel zuletzt auf 235 US-Dollar gesenkt, Bernstein auf 214 US-Dollar — beide behalten aber positive Einschätzungen. Das ist ein interessanter Widerspruch: Die Analysten glauben an die Story, trauen dem aktuellen Kursniveau aber offenbar nicht mehr uneingeschränkt.
Was Anleger beachten sollten
Die Nachrichtenlage vor dem Quartalsbericht ist für Raytheon stark: Ein SM-6-Rahmenvertrag über bis zu 24,4 Milliarden US-Dollar stärkt die langfristige Umsatzsichtbarkeit erheblich. Hinzu kommen 729 Millionen US-Dollar an LIDS-Drohnenabwehrverträgen für die USA, Katar und Jordanien sowie erfolgreiche Tests des Coyote-Block-2C+-Systems. Der Counter-Drone-Markt wächst, und RTX ist dort gut positioniert.
Auf der anderen Seite bleibt Pratt & Whitney das operative Sorgenkind. GTF-Triebwerksauslieferungen, Inspektionsprogramme und mögliche Rückstellungen sind Themen, bei denen ein unerwarteter Negativposten das Gesamtbild schnell trüben kann. Collins Aerospace hat mit der Erweiterung des Vietjet-Wartungsvertrags auf 44 zusätzliche A320neo-Flugzeuge einen soliden Beitrag zu den wiederkehrenden Serviceumsätzen geliefert — das ist strukturell positiv, aber kein Quartalstreiber.
Für Anleger gilt: Ein EPS über 1,78 US-Dollar ist notwendig, aber nicht hinreichend. Ohne eine Anhebung der Jahresziele — oder zumindest klare Management-Signale zu Margen und Cashflow für 2026 — dürfte die Kursreaktion verhalten ausfallen. Die Bewertung lässt schlicht keinen Raum für ein „solides, aber unspektakuläres” Quartal.
der aktien.live-Redaktion
Raytheons Auftragslage überzeugt uns: Der SM-6-Rahmenvertrag über bis zu 24,4 Milliarden Dollar und 729 Millionen Dollar an Drohnenabwehraufträgen sichern langfristige Umsatzsichtbarkeit. Pratt & Whitney bleibt das operative Sorgenkind — mögliche neue Rückstellungen können das Bild schnell trüben. Ein KGV von 34 lässt keinen Spielraum. Wer am 20. Oktober nur den EPS-Konsens von 1,78 Dollar trifft, ohne die Jahresprognose anzuheben, dürfte den Markt enttäuschen.
Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.
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