GE Aerospace berichtet am Mittwoch, 16. Juli 2026, vor Marktöffnung seine Ergebnisse für das zweite Quartal. Das Unternehmen ist seit dem Spin-off von GE HealthCare und GE Vernova der reine Luft- und Raumfahrtarm des einstigen Konglomerats — und der Markt hat die Aktie entsprechend hoch bewertet. Wer jetzt kauft, zahlt mehr als das 43-fache der Gewinne. Das setzt die Latte für Mittwoch hoch.
Analystenerwartungen
Der Zacks-Konsens für das bereinigte EPS liegt bei 1,86 USD. Der sogenannte „Most Accurate Estimate” — ein engerer Schnitt aus jüngsten Analystenschätzungen — liegt mit 1,91 USD bereits darüber, was einen Earnings ESP von +2,79 % ergibt und die statistische Wahrscheinlichkeit eines leichten Beats erhöht. Beim Umsatz rechnet die Street mit rund 11,8 bis 11,9 Mrd. USD, was einem Wachstum von gut 17 bis 23 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche.
Besonders im Fokus steht das Services-Geschäft — also Wartung, Ersatzteile und Werkstattbesuche. Das Management hatte zuletzt „high-teens”-Wachstum in diesem Segment in Aussicht gestellt, einzelne Analysten modellieren bis zu 20 % YoY. Das ist der Teil des Geschäfts, der die Marge trägt: Jefferies rechnet für das Segment Commercial Engines & Services mit einer Segmentmarge von rund 26,5 %.
Bewertungskontext
Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 370 Mrd. USD, das KGV auf Basis der letzten zwölf Monate bei etwa 43. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konsens ein EPS zwischen 7,1 und 7,5 USD — was das Forward-KGV nur marginal entspannt. Kursziele wurden zuletzt von mehreren Häusern angehoben: Jefferies führt mit 455 USD (Street-High), Citi und Susquehanna liegen bei 431 bzw. 430 USD, UBS bei 426 USD. Das impliziert weiteres Aufwärtspotenzial — aber nur, wenn die Wachstumsgeschichte intakt bleibt. Der Optionsmarkt preist eine Kursbewegung von rund 5 % rund um den Earnings-Tag ein.
Was Anleger beachten sollten
Der reine EPS-Print ist diesmal Nebensache. Was zählt, ist die operative Gewinn-Guidance für 2026. Aktuell liegt die Unternehmensprognose bei 9,85 bis 10,25 Mrd. USD; Jefferies erwartet eine Anhebung des Midpoints um 4 bis 5 % Richtung 10,35 bis 10,65 Mrd. USD. Bleibt die Guidance unverändert, dürfte der Markt enttäuscht reagieren — trotz eines möglichen EPS-Beats.
Daneben achten Investoren auf die LEAP-Engine-Auslieferungen: Erwartet wird ein Anstieg von rund 20 % gegenüber dem Vorjahr, nach zuvor kommunizierten 15 %. Bestätigt das Management diesen Schritt, stützt das die Volumen-These für die nächsten Quartale. Beim Defense-Geschäft und möglichen Engine-Orders aus China bleibt die Sichtbarkeit dagegen begrenzt — ein Risiko, das die hohe Bewertung wenig toleriert. Wer auf eine ruhige Reaktion hofft, sollte bedenken: Bei einem KGV von 43 ist Enttäuschung teuer.
