Am 19. Mai 2026 veröffentlicht Hornbach Holding nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2025/26. Das Unternehmen hat zuletzt solide geliefert, die Aktie ist nicht hoch bewertet, und trotzdem bleibt die Luft nach oben überschaubar — zumindest wenn man den Analysten glaubt.
Was auf dem Spiel steht
Die zentrale Frage ist nicht, ob Hornbach ein ordentliches Quartal zeigt. Die Frage ist, ob das Unternehmen die Jahresprognose anhebt. Nach Q1 hatte das Management sie lediglich bestätigt. Wer nach einem Umsatzplus von 5,7 % und einem EPS-Sprung auf 6,62 EUR (Vorjahr: 5,96 EUR) nur bestätigt statt anhebt, signalisiert entweder Vorsicht oder begrenzte Sichtbarkeit für den Rest des Jahres. Beides ist keine Einladung zum Jubeln.
Analystenerwartungen
Der Konsens ist moderat positiv, aber nicht enthusiastisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt laut aktien.guide bei 91,80 EUR (9 Analysten), finanzen.net nennt 94,00 EUR. Baader Bank steht mit einem Ziel von 96 EUR und „Add”-Rating am optimistischsten da, Berenberg hält bei 90 EUR und „Hold”. Die DZ Bank hat ihren fairen Wert am 7. Mai 2026 gesenkt und bleibt bei „Halten” — ein kleines Signal, dass zumindest ein Haus die kurzfristige Fantasie begrenzt sieht.
Konkrete EPS-Konsensschätzungen für Q2 liegen nicht öffentlich vor, aber das TTM-EPS von 8,35 EUR gibt einen Anhaltspunkt. Die EBIT-Marge lag in Q1 bei 8,5 % nach 8,1 % im Vorjahr — ein Fortschritt, den der Markt gerne bestätigt sehen würde.
Bewertungskontext
Das KGV von 9,4 auf TTM-Basis ist für einen Heimwerkermarkt-Konzern mit stabilen Margen nicht teuer. Zum Vergleich: Der europäische Sektor handelt im Schnitt deutlich höher. Das spricht entweder für eine Unterbewertung oder dafür, dass der Markt das Wachstumspotenzial schlicht begrenzt einschätzt. Beides ist möglich, und die Analysten-Kursziele legen nahe, dass das Aufwärtspotenzial aus aktuellen Kursniveaus überschaubar ist.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte sind entscheidend. Erstens: Hält die Kundenfrequenz an? Q1 profitierte von günstigen Wetterbedingungen — ein Faktor, der sich nicht beliebig wiederholt. Zweitens: Wie entwickelt sich die bereinigte EBIT-Marge? Ein Rückfall unter 8 % wäre eine Enttäuschung. Drittens, und das ist der eigentliche Kurstreiber: Hebt Hornbach die Prognose an oder nicht? Wer nur bestätigt, dürfte kaum eine positive Kursreaktion sehen. Eine Anhebung hingegen würde das Bild merklich verändern — auch wenn das KGV von 9,4 zeigt, dass die Latte nicht besonders hoch liegt.
