Überblick: Jahresabschluss mit Fragezeichen
Hornbach Holding legt heute nach Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025/26 vor. Es ist der letzte Datenpunkt eines Geschäftsjahres, das bislang wenig Dramatik bot: Umsatz stabil, Profitabilität leicht rückläufig, Prognose bestätigt. Spannend ist das trotzdem — denn das Schlussquartal fällt in die Frühjahrssaison, die für Baumärkte traditionell das wichtigste Zeitfenster des Jahres ist.
Analystenerwartungen: Stabilität als Ziel, nicht als Erfolg
Der Analystenkonsens setzt nicht auf einen Gewinnsprung. Für das Gesamtjahr 2025/26 erwarten Analysten einen Umsatz auf oder leicht über Vorjahresniveau sowie ein bereinigtes EBIT, das sich in etwa auf Vorjahresniveau einpendelt. Nach neun Monaten lag der Nettoumsatz bei 5,14 Mrd. EUR — nahezu identisch mit dem Vorjahr. Das bereinigte EBIT fiel in Q3 allerdings um 7,3 Mio. EUR auf 27,3 Mio. EUR zurück, was den Margendruck konkret macht. Sieben Analysten sehen laut Aktienfinder ein durchschnittliches Kursziel von 92,83 EUR. Das EPS auf Basis der letzten zwölf Monate liegt bei 8,35 EUR.
Bewertungskontext: Günstig, aber ohne Katalysator
Mit einem KGV von 9,4 und einer Marktkapitalisierung von rund 1,3 Mrd. EUR bei einem Jahresumsatz von 6,39 Mrd. EUR ist Hornbach auf dem Papier niedrig bewertet. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt damit unter 0,25 — für einen Einzelhändler mit stabilen Marktanteilen kein schlechter Ausgangspunkt. Das Problem: Günstige Bewertungen bleiben günstig, solange der Markt keinen Grund sieht, sie neu zu bewerten. Und den liefert Hornbach bislang nicht.
Was Anleger beachten sollten
Drei Punkte dürften die Reaktion auf die Zahlen bestimmen. Erstens die EBIT-Marge im vierten Quartal: Stabilisiert sie sich nach dem Q3-Rückgang, oder setzt sich der Druck fort? Zweitens die Like-for-like-Entwicklung — also ob Hornbach Frequenz und Flächenleistung in einem schwachen Konsumumfeld halten konnte. Drittens der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr 2026/27. Die bisherige Jahresprognose wurde zwar bestätigt, aber ein konkreter Ausblick mit Zahlen wäre das, was den Kurs tatsächlich bewegen könnte. Wer auf eine Überraschung nach oben hofft, braucht mindestens eines davon: bessere Margen, stärkere Frequenz oder eine Guidance, die über „auf Vorjahresniveau” hinausgeht.
