Ein KGV von 156,95 und ein KUV von 56,99 sind keine Zahlen, bei denen Anleger entspannt auf Neuigkeiten warten können. Palantir hat sich in den vergangenen Jahren eine Bewertung aufgebaut, die jeden Rücksetzer im Newsflow sofort bestraft — und genau das passiert gerade.
Seit dem 5. Juni zeigt der mittelfristige technische Trend nach unten, und der Titel verliert auch relativ zum S&P 500 an Boden. Frische Unternehmens-Nachrichten, die einen Rebound rechtfertigen würden, sind nicht in Sicht. Das Analystenbild ist bestenfalls neutral: Das Gesamt-Rating auf Wallstreet-Online liegt bei 2,88 von 5, mit einem hohen Hold-Anteil. Kein starkes Kaufargument, kein klarer Verkaufsgrund — das ist die unbequemste aller Positionen für eine Aktie mit dieser Bewertung.
Das KI- und Rüstungsthema, das Palantir seit Monaten trägt, ist nicht verschwunden. Aber Themen allein halten keine Kurse, wenn keine neuen Verträge, keine Guidance-Anhebungen und keine Überraschungen bei den Quartalszahlen folgen. Der nächste Earnings Call liegt noch rund 52 Tage entfernt — lang genug, dass der Markt in der Zwischenzeit auf Bewertungskomfort besteht, den Palantir strukturell nicht liefern kann.
Das ist kein Absturz, sondern ein schleichendes Problem: Eine Aktie, die auf Wachstumsbeschleunigung angewiesen ist, verliert Momentum genau dann, wenn der Kalender leer bleibt. Bei Multiples dieser Größenordnung reicht das.
