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Marktbericht
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KKR-Aktienverkauf mit Abschlag belastet OHB trotz TecDAX-Aufnahme und Analysten-Kurszielen um 290 Euro

Oddo BHF sieht OHB bei 290 Euro fair bewertet, der Kurs notiert rund 40 % darunter — weil ein institutioneller Großaktionär den Markt gerade mit Angebot flutet.

KKR hat OHB-Aktien mit Abschlag auf den Markt geworfen. Das ist der konkreteste Druckpunkt hinter der heutigen Schwäche, und er erklärt auch, warum die TecDAX-Aufnahme vom 21. September den Kurs nicht stabilisieren konnte: Indexnachfrage auf der einen Seite, institutionelles Angebot auf der anderen.

Die Aktie notiert aktuell im Bereich 171–174 Euro und damit rund 22–24 % unter dem Stand vor einem Monat. Über dem 50-Tage-Durchschnitt liegt sie nicht mehr. Der Rückgang begann nicht heute, sondern kurz nach dem IRIS²-Auftrag — einem milliardenschweren Satellitenprojekt, das die Aktie zunächst stark nach oben trieb und danach eine klassische Sell-the-News-Reaktion auslöste.

Oddo BHF stufte OHB Ende August auf „Outperform” hoch und nannte 290 Euro als Kursziel. Der breitere Analysten-Konsens liegt laut verfügbaren Berichten bei rund 280 Euro. Zwischen diesem Konsens und dem aktuellen Kurs klafft eine Lücke von gut 60 %, was entweder eine erhebliche Fehlbewertung oder erhebliche Skepsis gegenüber den Gewinnschätzungen bedeutet. Beides ist möglich.

Hinzu kommt struktureller Wettbewerbsdruck: Airbus baut Allianzen im europäischen Raumfahrtsektor aus, was OHBs Positionierung bei künftigen Ausschreibungen komplizierter macht. Das ist kein akutes Problem, aber ein Risiko, das Investoren zunehmend einpreisen.

Der nächste fundamentale Anker ist der Q3-Bericht am 12. November 2026. Bis dahin dürften Auftragseingang und Margenentwicklung die entscheidenden Variablen sein — nicht die EPS-Schätzung von 0,87 Euro, die für sich allein die aktuelle Kursdynamik nicht erklärt. Wer auf eine Erholung setzt, wartet besser auf Klarheit über die Projektpipeline jenseits von IRIS².

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