Gründer und Großaktionär David Duffield hat zuletzt Workday-Aktien im Wert von 148,7 Mio. USD verkauft — das ist der Kontext, in dem das heutige Upgrade von Monness Crespi & Hardt zu lesen ist. Die Analysten hoben die Einstufung von „Neutral” auf „Kaufen” und nannten ein Kursziel von 150 USD. Der Kurs legte daraufhin rund 6,7 % zu.
Das Upgrade fällt nicht ins Leere. Workday meldete für das jüngste Quartal einen Gesamtumsatz von 2,54 Mrd. USD, ein Plus von 13,5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Abonnementumsätze wuchsen auf 2,35 Mrd. USD (+14,3 %), der 12-Monats-Auftragsbestand kletterte auf 8,81 Mrd. USD (+15,5 %). CEO Carl Escobedo bezeichnete das Quartal als das stärkste erste Quartal beim Wachstum des neuen ACV seit fünf Jahren — eine Aussage, die Monness offenbar als Wendepunkt in der Wachstumsdynamik wertet.
Oppenheimer bestätigte parallel seine „Outperform”-Einstufung mit Kursziel 165 USD nach einem Treffen mit dem Produktchef. Interne Modelle bei TIKR kommen auf rund 170 USD fairen Wert, was bei Kursen um 124 USD ein Aufwärtspotenzial von etwa 40 % impliziert. InvestingPro stuft die Aktie trotz eines Kursverlusts von rund 42 % in den vergangenen sechs Monaten als unterbewertet ein.
Der heutige Anstieg ist nicht isoliert zu betrachten. ServiceNow, Salesforce und Oracle legten ebenfalls zu, als Anleger nach dem jüngsten Ausverkauf wieder in qualitativ hochwertige Unternehmenssoftware-Plattformen rotierten. Workday profitiert dabei von der These, dass KI-gestützte HR- und Finanzsoftware eher Nachfrage anzieht als verdrängt wird.
Strukturell ist die Margenentwicklung das stärkste Argument: Die operative Marge ist von etwa 5 % auf rund 13 % gestiegen, mit einem Zielwert von 24,5 % für das Geschäftsjahr 2025. Das ist keine Fantasiezahl, sondern ein messbarer Fortschritt. Dass Duffield gleichzeitig für fast 150 Mio. USD verkauft, muss kein Alarmsignal sein — Gründer diversifizieren. Ignorieren sollte man es trotzdem nicht.
