mwb research hat am 31. August das Kursziel für Drägerwerk von 114 EUR auf 130 EUR angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Der Kern der Analyse: Die Margenverbesserung bei Drägerwerk ist strukturell, nicht konjunkturell. Nachhaltig höhere Bruttomargen, Kostendisziplin und operative Skaleneffekte im Safety-Segment — das ist die These, die den Analysten überzeugt hat.
Was das Besondere daran ist: mwb rechnet für 2026 mit einer EBIT-Marge von rund 6,8 % — und das ohne den geschätzten positiven Effekt aus Zollerstattungen in Höhe von etwa 29 Mio. EUR. Drägerwerk selbst stellt für das Jahr ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 2–6 % und eine EBIT-Marge von 6–8 % in Aussicht. Das Upgrade gibt dieser Guidance schlicht mehr Glaubwürdigkeit.
Heute legt die Vorzugsaktie rund 3,6 % zu — während der DAX laut Markterwartungen eher schwächer tendiert, mit Fokus auf die Inflationsdaten der Eurozone. Dass Drägerwerk gegen diesen Trend läuft, ist ein Hinweis auf aktienspezifische Stärke, nicht auf einen Indexeffekt.
Hinzu kommt das Momentum: Seit Jahresanfang hat die Vorzugsaktie rund 62,7 % zugelegt. Bei solchen Verläufen neigen Trendfolger dazu, positive Analystenkommentare als Einstiegssignal zu nutzen — auch wenn das Upgrade bereits einen Tag alt ist. Der Analystenkonsens liegt insgesamt im Bereich „Aufstocken”, was das Bild abrundet.
Skeptisch bleiben sollte man bei einem Punkt: Ein Kursanstieg von über 60 % in wenigen Monaten erhöht die Fallhöhe. Das Kursziel von 130 EUR impliziert vom aktuellen Niveau aus noch rund 16 % Potenzial — das ist solide, aber kein Schnäppchen mehr.
