Northland hat ALAB diese Woche auf Outperform hochgestuft und ein Kursziel von 350 US-Dollar ausgegeben. Die Begründung: positive Gewinnrevisionen und ein AI-Infrastruktur-Investitionszyklus, der länger läuft als der Markt bislang eingepreist hatte. Das ist kein kleines Upgrade — es ist eine Neubewertung der gesamten Wachstumsthese.
Den Rahmen dafür liefern die Q2-2026-Zahlen. Astera Labs meldete 392,4 Mio. US-Dollar Umsatz, ein Plus von 104 % gegenüber dem Vorjahr, und 0,80 US-Dollar bereinigten EPS — beides über den Konsensschätzungen. Der Q3-Ausblick liegt bei 540 bis 560 Mio. US-Dollar, was sequentiell rund 40 % Wachstum bedeutet. Für ein Unternehmen dieser Größe ist das keine Selbstverständlichkeit.
Operativ stützt die Story vor allem zwei Punkte: Die Scorpio X AI Fabric Switches sind früher als geplant in Volumenproduktion, und PCIe-6.0-Produkte machen bereits einen nennenswerten Anteil der Quartalsumsätze aus. Beides signalisiert, dass die neue Produktgeneration schneller adoptiert wird als erwartet.
Hinzu kommt ein breiterer Sektor-Effekt. AI-Halbleiterwerte laufen dieser Tage als Gruppe, und ALAB ist mit seinem hohen Beta einer der stärksten Empfänger dieses Momentums. Berichte deuten außerdem darauf hin, dass Investoren sich im Vorfeld eines TMT-Konferenzauftritts des Unternehmens positioniert haben — was kurzfristig zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt.
Einen Widerspruch sollte man dabei nicht übersehen: Laut Finanztrends wurden zuletzt Insider-Verkäufe im Volumen von rund 44,49 Mio. US-Dollar gemeldet. Das ist kein Alarmsignal per se — Insider verkaufen aus vielen Gründen — aber es passt nicht ganz zum Bild eines Unternehmens, bei dem alle Beteiligten uneingeschränkt bullisch sind. Wer das Kursziel von 350 Dollar ernst nimmt, sollte diesen Datenpunkt zumindest zur Kenntnis nehmen.
