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Wochenbericht
3 min

Payrolls, ISM-Preise und Ölvorräte auf einmal: Hält der Rohstoff-Inflationsdruck bis Freitag?

ISM Manufacturing Prices bei 79 (Konsens), Non-Farm Payrolls bei 114k erwartet — diese Woche entscheidet, ob Rohstoff-getriebene Inputkosten die Disinflation der Eurozone kippen.

Geopolitik und Rohstoffe sind selten ein ruhiges Thema, aber diese Woche bündeln sich die Datenpunkte auf ungewöhnlich engem Raum. Vom Euroraum-Kreditwachstum am Montag bis zu den US-Payrolls am Donnerstag und den CFTC-Positionsdaten am Freitag läuft ein roter Faden durch: Wie stark schlagen Rohstoffpreise auf Erzeuger- und Verbraucherpreise durch, und was bedeutet das für die nächste EZB-Entscheidung?

Makro der Woche im Überblick

Drei Entwicklungen dominieren die Woche. Erstens: Die Eurozone-Inflationsdaten (Flash HICP am Dienstag, Konsens 3,0 % nach 3,2 % im Vormonat) treffen auf einen Kalender voller EZB-Redner — Lagarde spricht gleich zweimal, dazu Schnabel, Elderson, Cipollone, Lane und Buch. Das ist keine Zufälligkeit; die EZB kommuniziert koordiniert, wenn sie eine Botschaft setzen will. Zweitens: Der ISM Manufacturing PMI (Mittwoch, Konsens 53,7) bringt den Preisindex mit — zuletzt bei 82,1, Konsens jetzt 79. Ein Rückgang wäre ein erstes Signal, dass der Rohstoff-Inputdruck nachlässt. Drittens: Die US-Payrolls am Donnerstag (Konsens 114k Non-Farm, nach 172k im Vormonat) kommen diesmal mit einem ungewöhnlichen Begleitdatum: Die USDA-Getreidlagerbestände erscheinen am selben Tag, und der Baker Hughes Rig Count folgt am Freitag. Wer Rohstoffe im Portfolio hat, bekommt damit eine seltene Datendichte in 48 Stunden.

Zahlen kompakt

Der EZB-Einlagesatz liegt aktuell bei 2,25 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,40 % (Stand: 11. Juni 2026). Die Eurozone-Inflation (HICP) wird für den Flash-Wert Juni am Dienstag erwartet — Konsens 3,0 % YoY nach 3,2 % im Mai. Deutschland-CPI folgt bereits am Montag mit regionalen Vorabdaten aus Bayern, NRW, Sachsen und anderen Bundesländern; der nationale Wert (Konsens 2,5 % YoY) erscheint um 12:00 Uhr. Auf dem Arbeitsmarkt: Deutsche Arbeitslosenquote wird für Juni bei 6,4 % erwartet, nach 6,3 % im Mai — ein kleiner, aber stetiger Anstieg. In den USA liegt der Payrolls-Konsens bei 114k, die Arbeitslosenquote soll stabil bei 4,3 % bleiben. Das Kreditwachstum in der Eurozone (Unternehmenskredite Konsens +3,6 % YoY) zeigt, dass die Kreditnachfrage trotz gesunkener Leitzinsen nicht stark anzieht — ein Hinweis, dass die Transmission der EZB-Lockerung noch Zeit braucht.

Was bedeutet das für Anleger

Rohstoff-exponierte Sektoren stehen diese Woche im Fokus. Der ISM-Preisindex war zuletzt bei 82,1 — historisch ein Niveau, das Margen in der Weiterverarbeitung belastet. Fällt er auf 79 oder darunter, entlastet das Industriewerte und Konsumgüterhersteller. Steigt er wider Erwarten, dürfte der Anleihemarkt reagieren: Bund-Renditen und US-Treasuries würden Aufwärtsdruck bekommen, was Bewertungen im Wachstumssegment belastet. Der EUR/USD bleibt ein Seismograph für die Divergenz zwischen EZB-Kommunikation und Fed-Erwartungen. Lagarde spricht Montag und Mittwoch — wenn sie den Disinflationspfad bestätigt, stützt das den Euro. Tut sie es nicht, oder überrascht der HICP-Flash nach oben, dreht die Stimmung schnell. Für Anleger mit Rohstoff-Exposure ist die EIA-Öllagerdaten am Mittwoch (nach -6,1 Mio. Barrel in der Vorwoche) ein kurzfristiger Katalysator für Energietitel. Die CFTC-Daten am Freitag zeigen, wie spekulativ die aktuellen Rohstoff-Positionen sind — Crude Oil Net Long zuletzt bei 114,6k Kontrakten, Gold bei 181,3k. Beide Werte sind erhöht und anfällig für Korrekturen, wenn die Makrodaten die Risikobereitschaft dämpfen.

Ausblick auf die Börsenwoche

Montag (29.06.): Eurozone M3-Geldmenge und Kreditdaten um 08:00 Uhr, EU-Kommissions-Sentimentindikatoren um 09:00 Uhr (Economic Sentiment Konsens 94,3 nach 93,5), Lagarde-Rede um 17:30 Uhr. Dienstag (30.06.): Deutsche Arbeitslosenzahlen (07:55 Uhr), regionale CPI-Vorabdaten ab 08:00 Uhr, nationaler Deutschland-CPI um 12:00 Uhr (Konsens 2,5 %), US CB Consumer Confidence (Konsens 94,2) und JOLTs Job Openings (Konsens 7,28 Mio.) um 14:00 Uhr. Mittwoch (01.07.): Eurozone Flash HICP um 09:00 Uhr (Konsens 3,0 %), ADP Employment Change USA um 12:15 Uhr (Konsens 118k), ISM Manufacturing PMI um 14:00 Uhr (Konsens 53,7, Preisindex 79), EIA-Rohöllager um 14:30 Uhr, zweite Lagarde-Rede um 13:00 Uhr. Donnerstag (02.07.): US-Payrolls um 12:30 Uhr (Konsens 114k Non-Farm, Arbeitslosenquote 4,3 %), USDA-Getreidlagerbestände um 16:00 Uhr, Baker Hughes Rig Count um 17:00 Uhr. Freitag (03.07.): Deutsche Services PMI (Konsens 46,8) und Composite PMI (Konsens 48,0) um 07:55 Uhr, Eurozone Services PMI (Konsens 48,9) um 08:00 Uhr, CFTC-Positionsdaten um 19:30 Uhr.

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Kursverlauf BASF SE · XETR:BAS
Aktuelle Kennzahlen · BASF SE
Stand 26. Juni 2026
Kurs47,52 €
KGV28,4
Dividendenrendite+4,66%
Marktkapitalisierung42,7 Mrd. €
52-W-Hoch54,32 €
52-W-Tief39,46 €
Einschätzung
Redaktionelle Einordnung
der aktien.live-Redaktion
Team Sesselmann

Die Datenverdichtung dieser Woche ist für uns ungewöhnlich hoch: HICP-Flash, ISM-Preisindex, Payrolls und CFTC-Positionsdaten fallen in einen Drei-Tage-Korridor. Konkret: Der ISM-Preisindex lag zuletzt bei 82,1 — ein Niveau, das Verarbeitungsmargen spürbar belastet — der Konsens für Mittwoch liegt bei 79. Gleichzeitig notieren CFTC-Netto-Longs in Crude bei 114,6k und Gold bei 181,3k Kontrakten, beide erhöht und korrekturgefährdet. Ob der Disinflationspfad der Eurozone trägt oder der Rohstoffdruck erneut kippt, lässt sich erst ab Donnerstag seriös beurteilen.

Diese Einschätzung gibt die persönliche Meinung der Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung oder Kauf-/Verkaufsempfehlung dar.

Quellen & Fußnoten
  1. EZB-Leitzinsentscheidung Juni 2026 — capitalo.de
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