JPMorgan sieht 1.165 USD, Evercore ISI 1.103 USD, Wells Fargo 1.050 USD. Das sind keine Ausreißer mehr, sondern eine Richtung. Und sie liegt deutlich über dem bisherigen TipRanks-Konsens von rund 978 USD, während die Aktie nahe ihrem Allzeithoch von 994,49 USD notiert. Wer Caterpillar noch als klassischen Zykliker einpreist, hat ein Erklärungs-Problem.
Der Grund für die Neubewertung ist das Segment Power & Energy. Im ersten Quartal 2026 legte es um rund 20 Prozent auf etwa 7,0 Milliarden USD zu, während der Konzernumsatz insgesamt um 22 Prozent auf 17,4 Milliarden USD stieg. Caterpillar liefert Generatoren und Turbinen für Rechenzentren — und damit genau das, was der KI-Infrastruktur-Boom gerade in industriellen Mengen braucht. Der Auftragsbestand von knapp 63 Milliarden USD, ein Plus von 79 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gibt dem Umsatzwachstum eine Visibilität, die viele Technologietitel nicht vorweisen können.
Dazu kommt die Dividendenerhöhung um 8 Prozent auf 1,63 USD je Aktie pro Quartal — ein Signal, das das Management offenbar bewusst setzt, um die Cash-Generierung zu demonstrieren. Im Jahr 2026 hat die Aktie bereits mehr als 60 Prozent zugelegt.
Was heute fehlt, ist eine neue Ad-hoc-Meldung. Der Tagesanstieg von 3,3 Prozent ist Momentum, das auf einem gut belegten Fundament läuft: starke Quartalszahlen, steigende Kursziele, ein Narrativ, das vom Bagger zur KI-Infrastruktur gewechselt hat. Das ist kein Widerspruch — aber es ist ein Bewertungsniveau, das wenig Spielraum für operative Enttäuschungen lässt. Der nächste Earnings Call in rund 43 Tagen wird zeigen, ob das Power-&-Energy-Segment die Erwartungen weiter tragen kann.
