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Marktbericht
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Project Jupiter lockt mit 850-Milliarden-Auftragsbestand, aber der 18-Milliarden-Kredit findet keine Abnehmer

Force Majeure, stockende Kreditplatzierung und ein auf BBB- gesenktes S&P-Rating: Oracles KI-Rechenzentrum in New Mexico wird zur Belastungsprobe für Bilanz und Bonität.

Wenn ein Unternehmen „Force Majeure” erklärt, bevor das Projekt überhaupt läuft, ist das kein gutes Zeichen. Genau das ist Oracle rund um „Project Jupiter” passiert, ein geplantes KI-Rechenzentrum in New Mexico, das mit einem Kreditvolumen von rund 18 Milliarden Dollar finanziert werden soll. Berichte zufolge stockt die Platzierung dieses Kredits erheblich, weil Investoren die Kombination aus lokalen Widerständen, steigenden Kapitalkosten und Bonitätsrisiken scheuen.

S&P Global hat Oracles Rating bereits auf BBB- gesenkt, die unterste Stufe des Investment-Grade-Bereichs. Ein weiterer Schritt nach unten würde institutionelle Käufer aus dem Markt drängen. Dass ausgerechnet jetzt ein 18-Milliarden-Kredit platziert werden soll, macht die Situation nicht einfacher.

Morgan Stanley verwies zusätzlich auf Bruttomargendruck und einen Ausblick, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Der freie Cashflow ist zuletzt um rund 5,4 Milliarden Dollar eingebrochen, während die KI-Infrastrukturausgaben weiter steigen. Restrukturierungskosten von rund 700 Millionen Dollar kommen obendrauf.

Das Paradoxe: Der Auftragsbestand liegt laut Citi bei rund 850 Milliarden Dollar, Analysten nennen Kursziele bis 320 Dollar. Trotzdem haben mehrere Häuser ihre Ziele zuletzt gesenkt, weil die Frage nicht mehr lautet, ob die Nachfrage da ist, sondern ob Oracle die Infrastruktur finanzieren kann, ohne die Bilanz dauerhaft zu beschädigen.

Der heutige Rückgang ist kein Ausreißer. KI-Infrastrukturwerte stehen seit Tagen unter Druck, weil Anleger zunehmend auf Rendite und Finanzierbarkeit schauen, nicht auf Auftragsvolumen. Bei Oracle trifft dieser Sektortrend auf eine unternehmensspezifische Schwachstelle, die sich gerade in Echtzeit zeigt.

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