Pump-Laser, die faktisch ausverkauft sind, und ein Quartalsumsatz, der die Milliarden-Schwelle erstmals überschreitet: Lumentums Q4/FY2026-Zahlen haben die Erwartungen klar übertroffen. CEO Michael Hurlston bezifferte den Umsatzanstieg bei Pump-Lasern auf 80 % gegenüber dem Vorjahr — und machte deutlich, dass die Nachfrage die Produktionskapazität derzeit übersteigt.
Der Gesamtumsatz lag bei 1,01 Mrd. US-Dollar, mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Für Q1 FY27 stellt das Unternehmen 1,225 bis 1,275 Mrd. USD in Aussicht, was in der Mitte rund 130 % Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal entspräche. Margen- und EPS-Ziele wurden ebenfalls angehoben.
Die Bewegung ist klar unternehmensspezifisch, wird aber durch einen günstigen Sektorkontext verstärkt. Der gesamte Photonics- und Optical-Components-Bereich profitiert vom anhaltenden KI-Infrastrukturausbau der Hyperscaler. Zusätzlich diskutiert die FCC mögliche Einschränkungen für chinesische Transceiver-Komponenten in US-Rechenzentren — ein regulatorischer Rückenwind, der US-Anbietern wie Lumentum strukturell nützen könnte.
Barclays hatte Lumentum Anfang August von Equal Weight auf Overweight hochgestuft und ein Kursziel von 1.000 US-Dollar ausgegeben. Begründung: robuste Nachfrage nach Transceivern und Lasern sowie eine attraktivere Bewertung nach einem vorherigen Rücksetzer. Die heutige Kursbewegung gibt dieser Einschätzung kurzfristig recht.
Die Frage, die nach einem solchen Lauf bleibt: Wie viel des Wachstums für FY27 ist bereits eingepreist? Bei einer Guidance, die 130 % YoY-Wachstum impliziert, ist die Messlatte für die nächsten Quartale entsprechend hoch gesetzt. Wer jetzt einsteigt, wettet darauf, dass die Kapazitätsengpässe bei Pump-Lasern schneller aufgelöst werden als die Nachfrage nachlässt.
