Morgan Stanley hat das Kursziel für Home Depot nach den Q1-Zahlen von 420 auf 400 US-Dollar gesenkt, das Overweight-Rating aber behalten. Die Begründung war nüchtern: leichte EPS-Kürzungen für FY26 und FY27, keine strukturelle Neubewertung. Das ist kein Signal für Aufbruchsstimmung, sondern eher eine Feinabstimmung nach einem soliden, aber nicht begeisternden Quartal.
Die Q1-Zahlen selbst waren ordentlich: EPS von 3,30 US-Dollar, Umsatz von 41,77 Mrd. US-Dollar — ein Plus von 4,79 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Home Depot hat die FY2026-Prognose bestätigt, was zumindest Planungssicherheit signalisiert. Für einen Titel, der auf Jahressicht deutlich nachgegeben hat, ist das aber eher Schadensbegrenzung als Wachstumsstory.
Der heutige Kursanstieg von rund 3,5 Prozent hat keinen frischen Unternehmensimpuls als Auslöser. Wahrscheinlicher ist eine technische Erholungsbewegung in einem Sektor, der zuletzt unter Druck stand — Home Improvement leidet weiter unter dem schwachen US-Immobilienmarkt, der Transaktionsvolumina und damit Renovierungsbudgets dämpft. Wer umzieht, kauft Werkzeug. Wer nicht umzieht, kauft weniger.
Das durchschnittliche Kursziel auf Wallstreet Online liegt bei 300 US-Dollar — deutlich unter dem Morgan-Stanley-Ziel von 400 USD. Das zeigt, wie weit die Analystenmeinungen auseinandergehen. Der nächste Earnings Call ist in rund 70 Tagen. Bis dahin fehlt ein konkreter Katalysator, der die Erholung in eine nachhaltige Aufwärtsbewegung verwandeln könnte.
