Auf dem gestrigen Investorentag hat Qualcomm sein Umsatzziel außerhalb des Mobilfunkgeschäfts für das Geschäftsjahr 2029 von 22 Mrd. USD auf 40 Mrd. USD angehoben — und erstmals ein separates Rechenzentrum-Ziel von 15 Mrd. USD kommuniziert. Das ist keine Feinabstimmung, sondern eine Neudefinition dessen, was Qualcomm sein will.
Der Markt hat entsprechend reagiert: Vorbörslich sprang die Aktie um rund 11,8 % auf über 220 USD, der reguläre Handel setzt diese Bewegung fort. Unterstützung kommt auch von außen — Microns starker Ausblick hat die Stimmung im gesamten KI-Halbleitersektor aufgehellt, was Qualcomm zusätzlichen Rückenwind gibt, auch wenn der operative Kern der Bewegung klar unternehmensspezifisch ist.
Konkret hinterlegt wird die neue Strategie durch einen Liefervertrag mit ByteDance: Qualcomm soll Millionen KI-Chips für die Rechenzentren der TikTok-Mutter liefern. Das ist kein Pilotprojekt — es zeigt, dass die auf dem Investorentag präsentierte Data-Center-Roadmap bereits mit realer Nachfrage verknüpft ist.
Die Analystenmeinungen sind gespalten, was den Kursanstieg interessant macht. JPMorgan hatte QCOM bereits vorab auf eine „Positive Catalyst Watch” gesetzt und das Kursziel auf 265 USD erhöht — die Ankündigungen haben diese Erwartung zumindest teilweise bestätigt. BofA dagegen stuft die Aktie weiter mit Underperform ein, hat das Kursziel aber von 165 USD auf 195 USD angehoben. Selbst die Skeptiker räumen also ein, dass sich die Ausgangslage verändert hat.
Fundamentale Rückendeckung liefern zuletzt gemeldete Quartalszahlen mit einem Umsatz von rund 10,6 Mrd. USD und einem EPS von 2,65 USD sowie ein laufendes Aktienrückkaufprogramm über 20 Mrd. USD. Die Frage ist nicht, ob die KI-Story trägt — sondern ob ein Kurs jenseits von 220 USD bereits das Beste der nächsten vier Jahre einpreist.
