Ubers Q1-Zahlen haben eines deutlich gemacht: Das Unternehmen wächst nicht mehr nur beim Umsatz, sondern verdient dabei auch besser. Der Umsatz stieg auf Jahresbasis um 18,3 % auf rund 52 Mrd. USD, während die operative Effizienz anzog — eine Kombination, die Analysten in den letzten Quartalen vermisst hatten.
Der eigentliche Kurstreiber war aber die Forward Guidance. Uber erwartet für Q2 ein bereinigtes EPS-Wachstum von 31 bis 38 % gegenüber dem Vorjahr. Das ist kein moderates Versprechen — das ist eine Ansage, die den Markt zwingt, die bisherigen Schätzungen nach oben zu revidieren. Die Aktie reagierte mit einem Tagesplus von rund 7,3 % auf 72,95 USD (Stand Handelsschluss).
Dazu kommt das Bookings-Bild: Uber schlug die Erwartungen beim Buchungsausblick, was auf anhaltend starke Nachfrage in den US-Kernmärkten hindeutet. Für ein Unternehmen, das lange mit dem Ruf kämpfte, Wachstum auf Kosten der Marge zu erkaufen, ist das eine relevante Verschiebung.
Trotzdem lohnt ein nüchterner Blick. Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei 103,46 USD — rund 41 % über dem aktuellen Kurs. Das klingt nach viel Luft nach oben, bedeutet aber auch, dass die aktuelle Bewertung bereits einiges an Wachstum einpreist. Wer heute kauft, wettet darauf, dass die Q2-Zahlen die Guidance bestätigen und die Margen-Story nicht kippt.
Uber ist kein Turnaround-Trade mehr. Die Frage ist, ob das Unternehmen die Profitabilitätskurve hält, wenn das Wachstum bei den Buchungen irgendwann abflacht — und das wird es.
