Rocket Lab hat im zweiten Quartal einen höher als erwarteten Verlust je Aktie ausgewiesen — minus 0,08 USD gegenüber dem Konsens — und gleichzeitig vor schwächeren Margen in den kommenden Quartalen gewarnt. Der Grund: Satellitenverkäufe mit niedrigeren Deckungsbeiträgen gewinnen im Umsatzmix an Gewicht. Das ist kein Einmaleffekt, sondern ein struktureller Gegenwind, der sich in den nächsten Quartalen fortsetzen dürfte.
Besonders das Neutron-Programm bleibt ein offener Risikofaktor. Was ursprünglich als mögliche Erstmission noch in diesem Jahr kommuniziert wurde, rückt laut mehreren Marktbeobachtern in Richtung 2027. Für eine Aktie, die zu einem erheblichen Teil auf das Versprechen eines mittelgroßen Trägerraketen-Marktes bewertet wird, ist das keine Kleinigkeit.
Bemerkenswert ist der Widerspruch zwischen Unternehmensnachrichten und Kursreaktion: Ein 266-Millionen-Dollar-Auftrag der US Air Force — eigentlich ein handfestes Signal für die Nachfrageseite — hat den Abwärtstrend nicht gebrochen. Der Markt scheint die Auftragsseite für gegeben zu nehmen und stattdessen auf die Frage zu fokussieren, wann und zu welcher Marge Rocket Lab diese Aufträge abarbeiten kann.
Hinzu kommt eine breitere Schwäche im Space-Sektor, die positive Einzelmeldungen überlagert. Das ist kein Rocket-Lab-spezifisches Problem, verstärkt aber den Druck auf eine Aktie, die nach dem Earnings-Rücksetzer noch keine technische Stabilisierung gefunden hat.
Rocket Lab ist kein schlechtes Unternehmen — Umsatzwachstum und Auftragsbestand sprechen für sich. Die Frage ist, ob der Markt bereit ist, auf Profitabilität zu warten, solange Neutron-Zeitplan und Margenentwicklung weiter Fragezeichen hinterlassen.
