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Marktbericht
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Schwab schlägt den EPS-Konsens, aber der Einlagenrückgang und ein mageres Rückkaufprogramm enttäuschen den Markt

Drei Quartale in Folge sinkende Einlagen bei 244,1 Mrd. Dollar und Aktienrückkäufe von nur 500 Mio. statt erwarteter 1,4 Mrd. Dollar — das Quartalsergebnis war besser als gedacht, die Kapitalallokation nicht.

Rekordzuflüsse von 190,4 Mrd. Dollar im Quartal, ein bereinigtes EPS von 1,69 Dollar gegen einen Konsens von 1,66 Dollar — und trotzdem fällt die Aktie. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Prioritätenfrage: Was Schwab-Aktionäre heute bestrafen, ist nicht das Ergebnis, sondern der Ausblick auf das Zinsgeschäft.

Finanzvorstand Mike Verdeschi räumte ein, dass das Kreditwachstum das Einlagenwachstum übertraf. Die Folge: Schwab musste stärker auf teurere externe Finanzierungsquellen zurückgreifen. Die Nettozinsmarge stieg zwar auf 3,04 %, verfehlte aber knapp die Markterwartungen. Für das Gesamtjahr erwartet das Management nun das untere Ende der bisherigen Zielspanne — sowohl beim Umsatzwachstum als auch bei der Marge. Das ist keine Katastrophe, aber es ist das Gegenteil von Aufwärtsrevision.

Dazu kommt der Einlagentrend. 244,1 Mrd. Dollar ist der dritte Quartalsrückgang in Folge. Analysten sehen darin ein strukturelles Risiko für die Finanzierungskosten, solange Kunden Bargeld in höher verzinste Alternativen umschichten. JPMorgan reagierte mit einer Kurszielkürzung.

Besonders auffällig ist die Diskrepanz beim Rückkaufprogramm. Angekündigt wurden rund 500 Mio. Dollar — der Markt hatte laut Analysten etwa 1,4 Mrd. Dollar eingepreist. Das ist eine Lücke, die bei einem Unternehmen mit Schwabs Kapitalstärke schwer zu erklären ist und Fragen zur Bilanzstrategie aufwirft.

Der breitere Sektorkontext verstärkt den Druck. Finanzwerte mit hoher Zinssensitivität werden derzeit kritisch bewertet, wenn die Margenperspektive nicht klar nach oben zeigt. Schwab ist kein Einzelfall — aber die Kombination aus Einlagenrückgang, vorsichtiger Guidance und unterdimensioniertem Rückkauf trifft die Aktie heute spezifisch.

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