Rekordumsatz, aber die falsche Mischung: Rocket Labs Q2-Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 lieferten zwar auf der Umsatzlinie, doch der bereinigte Verlust je Aktie von -0,08 USD verfehlte die Konsensschätzung von rund -0,06 bis -0,07 USD. Das allein hätte den Markt wohl verschmerzt — was die Aktie wirklich traf, war die Q3-Bruttomargenguidance.
Das Management prognostizierte für das laufende Quartal eine Bruttomarge zwischen 29 und 31 Prozent. Analysten hatten rund 37,6 Prozent erwartet. Die Lücke ist nicht marginal, sie ist strukturell: Ein wachsender Anteil von Satellite-Platform-Verkäufen sowie Integrationskosten aus jüngeren Übernahmen drücken die Marge systematisch nach unten. Rocket Lab verdient mit dem Bau von Satelliten-Plattformen schlicht weniger als mit Launch-Services — und dieser Mix verschiebt sich gerade in die falsche Richtung.
Hinzu kommt das Neutron-Programm. Die schwere Trägerrakete ist langfristig das eigentliche Wachstumsversprechen, aber Zeitplan und Finanzierungsbedarf bleiben vage. Mehrere Marktkommentare nennen die Verwässerungsgefahr durch mögliche Kapitalmaßnahmen als zusätzlichen Belastungsfaktor — ein Punkt, der bei einer Aktie mit hoher Bewertungsprämie besonders empfindlich trifft.
Positiv bleibt: Auftragsbestand und Verteidigungsnachfrage sind intakt, und das Electron-Programm läuft operativ stabil. Aber der Markt honoriert heute nicht, was funktioniert — er bestraft, was nicht funktioniert. Und das ist die Marge.
Nachbörslich war die Aktie zeitweise rund 7,7 Prozent schwächer, der Tagesverlust stabilisierte sich bei knapp 5 Prozent. Ob das eine Überreaktion ist, hängt davon ab, wie schnell sich der Geschäftsmix wieder in Richtung margenstarker Launch-Services verschiebt.
