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Marktbericht
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Scotiabank hebt Kursziel auf 320 Dollar, doch die gesenkte EPS-Prognose für Q3 bleibt eine offene Rechnung

Epcoritamab reduzierte in einer Phase-3-Studie das Progressionsrisiko bei neu diagnostiziertem DLBCL um 51 % — und gibt Analysten Argumente für höhere Kursziele, während AbbVie gleichzeitig die Jahresprognose kürzt.

Scotiabank erhöhte das Kursziel für AbbVie am Montag von 280 auf 320 US-Dollar und bestätigte „Sector Outperform” — das entspricht einem impliziten Aufwärtspotenzial von rund 20 % gegenüber dem letzten Schlusskurs von 266,69 Dollar. HSBC folgte mit einem eigenen Ziel von 315 Dollar. Beide Einschätzungen stützen sich auf dieselbe klinische Grundlage.

Der Auslöser ist ein Phase-3-Datensatz zu Epcoritamab, dem bispezifischen Antikörper, den AbbVie gemeinsam mit Genmab entwickelt. In der Erstlinien-Studie bei diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) senkte die Kombination mit dem Chemotherapie-Regime R-CHOP das Risiko für Krankheitsfortschritt oder Tod um 51 % gegenüber R-CHOP allein. Das ist klinisch relevant, weil DLBCL die häufigste aggressive B-Zell-Lymphom-Entität ist und die Erstlinientherapie bislang kaum durch neuere Wirkstoffe ergänzt wurde. Positive Daten hier öffnen einen deutlich größeren Markt als die bereits zugelassene Zweitlinien-Indikation.

Gleichzeitig senkte AbbVie die bereinigte EPS-Prognose für Q3 auf 3,73–3,77 Dollar, unter dem Analystenkonsens von 3,85 Dollar. Die Gesamtjahresprognose wurde auf 13,76–13,96 Dollar zurückgenommen, von zuvor 13,87–14,07 Dollar. Als Grund nannte das Unternehmen 216 Millionen Dollar an übernommenen Forschungs- und Meilensteinaufwendungen. Das ist keine Katastrophe, aber es ist auch kein Zufall, dass der Kursanstieg trotzdem funktioniert: Der Markt gewichtet die Onkologie-Pipeline offenbar höher als die kurzfristige EPS-Verwässerung.

Am 30. Oktober legt AbbVie Quartalszahlen vor. Bis dahin dürfte die Frage, ob Epcoritamab tatsächlich einen Zulassungsantrag in der Erstlinie trägt, das dominierende Thema bleiben. Der Analystenkonsens steht bei „Moderate Buy” mit einem Durchschnittskursziel von rund 272–274 Dollar — also deutlich unter den neuen Scotiabank- und HSBC-Zielen. Wer den heutigen Anstieg als Einstieg wertet, wettet im Wesentlichen darauf, dass der Konsens nachzieht.

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