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Marktbericht
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Space-Sektor dreht ab und nimmt Gewinne mit, aber Rocket Labs strukturelle Baustellen bleiben ungelöst

Rekord-Backlog von 2,36 Mrd. USD auf der einen Seite, anhaltende Verluste und ein Neutron-Erstflug mit unsicherem Timing auf der anderen — der heutige Abverkauf trifft eine Aktie, die bereits 39 % vom Jahreshoch entfernt ist.

Space-Sektor dreht ab und nimmt Gewinne mit, aber Rocket Labs strukturelle Baustellen bleiben ungelöst
Foto: SpaceX

Mehrere Raumfahrtwerte gaben heute gleichzeitig nach: AST SpaceMobile verlor rund 6 %, Planet Labs rund 4 %, Rocket Lab rund 5,5 %. Das ist kein Zufall, sondern koordiniertes Profit Taking in einem Segment, das in den Wochen zuvor stark gelaufen war. Neue unternehmensspezifische Nachrichten lagen heute nicht vor.

Was den Rückgang für Rocket Lab besonders schmerzhaft macht: Die Aktie war schon angeschlagen. Seit dem Jahreshoch hat sie rund 39 bis 50 % verloren, je nach Referenzpunkt. Der Markt hat in diesem Zeitraum mehrere Belastungen eingepreist, die nicht verschwunden sind.

Die Q2-Zahlen zeigten Rekord-Umsatz von rund 234 Mio. USD, ein Plus von 62 % gegenüber dem Vorjahr, und einen Auftragsbestand von 2,36 Mrd. USD. Gleichzeitig lag der Verlust je Aktie bei –0,08 USD statt der erwarteten –0,06 USD, und die Guidance signalisierte schwächere Margen durch höhere Investitionen in die Neutron-Rakete und margenärmere Satellitenplattformen. Starkes Wachstum, aber schlechtere Profitabilität — das ist eine Kombination, die bei einer Aktie mit einem Price-to-Sales-Multiple im Bereich eines Vielfachen von 50× wenig Spielraum lässt.

Neutron bleibt das zentrale Risiko. Das Management peilt einen Erstflug im Q4 2026 an, räumt aber ein, dass das Zeitfenster eng ist. Ein Gleiten in 2027 gilt als realistisches Szenario — und Neutron ist der Kern der langfristigen Equity-Story.

Beim geplanten Iridium-Deal im Volumen von rund 8 Mrd. USD hat SpaceX die FCC aufgefordert, das Verhalten von Iridium in einem Spektrumstreit zu untersuchen. Das blockiert den Deal nicht formell, erhöht aber die Regulierungsrisiken und verlängert die Unsicherheit. Rocket Lab hat die Transaktion bereits durch eine Aktienplatzierung von rund 1,94 Mrd. USD finanziert — die Bridge-Facility von 3,6 Mrd. USD ist damit abgelöst, die Verwässerung aber eingebucht.

Hinzu kommen Insider-Verkäufe: CFO und Präsident haben im August und frühen September Aktien unter 10b5-1-Plänen veräußert. Das ist planmäßig und kein Alarmsignal per se, aber es passt nicht gut zum Narrativ, wenn gleichzeitig Bewertung und Verluste diskutiert werden.

Der Analystenkonsens sieht ein durchschnittliches Kursziel von rund 111 USD bei einem aktuellen Kurs um 64 USD — das ist erhebliche potenzielle Upside, setzt aber voraus, dass Neutron fliegt, Iridium schließt und die Margen drehen. Bis zum nächsten Earnings-Termin am 9. November wird jede Meldung zu diesen drei Punkten überproportional wirken.

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