Berenberg hat das Kursziel für Tonies von 19 auf 20 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Das aktuelle Kursniveau liegt bei rund 11 bis 12 Euro. Diese Lücke ist kein Geheimnis — sie ist der eigentliche Subtext des heutigen Handelstags.
Tonies meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von rund 243 Mio. Euro, ein Plus von 38 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, währungsbereinigt sogar 41 %. Der Wachstumsmotor ist klar: die Toniebox 2, die vor allem in Nordamerika auf starke Nachfrage stößt. Das US-Segment legte um 48 % zu — für ein deutsches Spielwarenunternehmen eine bemerkenswerte Zahl.
Trotzdem verlief der Handelstag nicht geradlinig. Nach einem positiven Start drehte die Aktie zeitweise ins Minus, bevor sie mit einem Plus von rund 3 % schloss. Der Grund: Das operative Ergebnis fiel schwächer aus als erwartet. Anleger, die auf Margenerholung gesetzt hatten, sahen sich mit einem Umsatzwachstum konfrontiert, das die Kosten offenbar nicht proportional mitreißt. Zölle und Produktmix spielen dabei eine Rolle, ohne dass das Unternehmen dazu bislang präzise Zahlen geliefert hat.
Ein kleiner Zusatzfaktor: LMR Partners hat seine Netto-Leerverkaufsposition leicht reduziert. Bei einer Small-Cap-Aktie mit begrenzter Liquidität kann das die Stimmung kurzfristig stützen — als eigenständiger Treiber taugt es wenig.
Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Das ist solide, aber kein Überraschungsmoment. Wer auf eine Anhebung gehofft hatte, wartet weiter. Das Wachstum ist real, die Frage nach der Profitabilität bleibt offen.
