UBS hat Redcare Pharmacy heute mit einem Neutral-Rating und einem Kursziel von 53 EUR versehen. Das klingt zunächst unspektakulär, trifft aber eine Aktie, die sich in einem merkwürdigen Zwischenzustand befindet: kurzfristig erholt, fundamental noch nicht überzeugend.
Seit Anfang April hat der Kurs rund 29 % zugelegt — eine Bewegung, die auf den ersten Blick nach Trendwende aussieht. Doch das 52-Wochen-Hoch lag bei 136,50 EUR. Aktuell notiert die Aktie bei rund 46 bis 49 EUR, je nach Handelsplatz. Das ist ein Abstand von über 60 % zum Jahreshoch, und der erwartete Gewinn je Aktie für 2026 liegt bei minus 0,99 EUR. Redcare ist profitabel wachsend? Noch nicht.
Barclays hatte das Kursziel Ende April zwar auf 70 EUR gesenkt, die Overweight-Einstufung aber beibehalten — ein Signal, das kurzfristig stützte. Das UBS-Rating heute sendet eine andere Botschaft: Die Erholung der letzten Wochen ist eingepreist, weiteres Aufwärtspotenzial bis 53 EUR ist überschaubar.
Auf der operativen Seite gibt es immerhin einen konkreten Fortschritt: Redcare hat als erste Apotheke eine neue TI-Zugangstechnologie für E-Rezept-Prozesse eingeführt. Das ist kein Quartalstreiber, aber es zeigt, dass das Unternehmen im strukturell wachsenden E-Rezept-Markt technologisch aktiv bleibt.
Das eigentliche Problem ist die Bewertungslücke zwischen kurzfristiger Kurserholung und anhaltend negativem EPS. Wer bei 46 EUR kauft, wettet darauf, dass Redcare den Weg in die Profitabilität schneller findet als der Konsens erwartet. Das UBS-Rating deutet an: Diese Wette ist im aktuellen Kurs bereits zu einem guten Teil enthalten.
