Inflation und Währungen dominieren die Woche — und das nicht zufällig. Am Dienstag erscheinen die US-Verbraucherpreise für Juni, Konsens 3,9 % YoY nach 4,2 % im Vormonat. Das wäre ein spürbarer Rückgang, aber immer noch weit über dem Fed-Ziel. Gleichzeitig soll der Core-CPI bei 2,9 % verharren — stabil, aber hartnäckig. Mittwoch folgt der PPI mit 6,3 % YoY erwartet (Vormonat 6,5 %), was zeigt: Der Preisdruck auf Erzeugerebene bleibt erhöht, auch wenn er leicht nachlässt.
Makro der Woche im Überblick
- US-CPI Dienstag: Konsens 3,9 % YoY, monatlich -0,1 % — ein negativer Monatsimpuls wäre das erste Mal seit längerem. Core bleibt bei 2,9 % YoY, monatlich +0,3 %. Die Kombination aus fallendem Headline und stabilem Core ist genau das Muster, das die Fed in der Zwickmühle hält.
- Fed-Redner im Dauerbetrieb: Bowman (Montag und Dienstag), Waller (Montag), Barr, Goolsbee, Cook (alle Dienstag), Williams (Mittwoch), Logan und Schmid (Donnerstag), Jefferson (Donnerstag Abend). Dazu das Beige Book am Mittwoch. Selten war eine Woche so vollgepackt mit Fed-Kommunikation — was meist bedeutet, dass die Botschaft noch nicht einheitlich ist.
- EZB und Euro-Währungsdynamik: Schnabel spricht Montag, Lagarde Montag Abend, Cipollone Freitag. Freitag erscheint zudem der Eurozone-HICP für Juni, Konsens 2,2 % YoY — unverändert zum Vormonat. Wenn die Fed zögert und die EZB weiter senkt, ist das Zinsdivergenzszenario intakt: Euro strukturell schwächer, Dollar gestützt.
Zahlen kompakt
Konkrete Leitzins- und Inflationswerte aus der Live-Recherche lagen diese Woche nicht vor. Aus dem Kalender lässt sich ableiten: Der Markt preist US-Inflation auf dem Weg nach unten, aber langsam. Deutsche Großhandelspreise (Dienstag, Konsens +0,2 % MoM nach -0,6 %) deuten auf nachlassenden Importpreisdruck in der Eurozone. Der deutsche Leistungsbilanzsaldo wird Montag mit 15,1 Mrd. Euro erwartet — ein Anstieg gegenüber 13,8 Mrd. im Vormonat, was den strukturellen Euro-Stützungsfaktor unterstreicht, auch wenn er kurzfristig wenig bewegt.
Was bedeutet das für Anleger
Anleger sollten die Kombination aus CPI-Daten und Fed-Rhetorik genau verfolgen. Fällt der Headline-CPI wie erwartet auf 3,9 %, aber Core bleibt bei 2,9 %, dürfte die Fed keine Eile signalisieren — das stützt kurzfristig den Dollar und belastet zinssensitive Wachstumswerte. Anleihen reagieren empfindlich: Ein CPI-Miss nach oben würde Treasuries belasten, ein Überraschung nach unten könnte die Kurve abflachen. Für Euro-Anleger ist das Währungsrisiko real — CFTC-Daten zeigen EUR-Netto-Positionen zuletzt bei nur 1,1 Tsd. Kontrakten, also praktisch neutral. Das kann sich schnell drehen. Rohstoffmärkte beobachten das OPEC-Treffen Montag, während Gold-Spekulanten mit 194 Tsd. Netto-Long-Kontrakten weiter bullish positioniert sind — ein Inflationsrückgang ohne Fed-Schwenk ist für Gold kein klares Signal in eine Richtung.
Ausblick auf die Börsenwoche
Montag, 13. Juli: Fed Bowman und Waller sprechen, EZB Schnabel und Lagarde am Abend. OPEC-Treffen. Deutsches Leistungsbilanzsaldo (Konsens 15,1 Mrd. Euro). CFTC-Positionsdaten zum Wochenschluss.
Dienstag, 14. Juli: Das Highlight der Woche — US-CPI (Konsens 3,9 % YoY, Core 2,9 % YoY). NFIB Business Optimism (Konsens 95,6). Fünf Fed-Redner. TIC-Kapitalflussdaten (Konsens 128,5 Mrd. USD Netto-Langfristflüsse). Deutsche Großhandelspreise.
Mittwoch, 15. Juli: US-PPI (Konsens 6,3 % YoY), NY Empire State Index (Konsens 8,7), EIA-Rohöllagerbestände, Fed Beige Book, Bundesbank-Präsident Nagel spricht. Eurozone-Industrieproduktion (Konsens +0,1 % MoM).
Donnerstag, 16. Juli: US-Einzelhandelsumsätze (Konsens +0,3 % MoM), Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Konsens 218 Tsd.), Philly Fed Manufacturing (Konsens 12,0), NAHB Housing Index (Konsens 35). Eurozone-Handelsbilanz (Konsens 6,5 Mrd. Euro).
Freitag, 17. Juli: Eurozone-HICP Juni (Konsens 2,2 % YoY). US-Michigan Verbraucherstimmung (Konsens 51,0), Michigan-Inflationserwartungen 1 Jahr (Vormonat 4,6 %, Konsens 4,3 %). US-Industrieproduktion, Baubeginne, Import- und Exportpreise. Baker Hughes Rig Count.
