
Mehr als 25 % des neuen Vertragswerts entfielen im zweiten Quartal auf KI-Produkte. Das ist die Zahl, die Workdays Management in den Vordergrund stellt — und die erklärt, warum die Aktie nach den Earnings weiter Käufer findet, auch ohne frischen Intraday-Katalysator.
Die Quartalszahlen selbst waren klar über Konsens: bereinigtes EPS von 2,75 Dollar gegenüber 2,61 Dollar erwartet, Umsatz rund 2,65 Milliarden Dollar. Dazu genehmigte der Vorstand ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm über 4 Milliarden Dollar — ein Signal, das den Kurs technisch stützt, auch wenn es keine operative Aussage über das Wachstumstempo ist.
Die Analystenreaktion ist gemischt, was für sich genommen interessant ist. Bank of America hob das Kursziel von 140 auf 205 Dollar an — ein Sprung von 46 % — behielt aber das Neutral-Rating bei. Barclays bestätigte Overweight mit 200 Dollar Kursziel. Wer also kauft, kauft in ein Szenario, in dem selbst die optimistischsten Kursziele kaum Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau lassen.
Hinzu kommt: Die Aktie hat in den Wochen vor den Earnings bereits deutlich zugelegt, getrieben von KI-Optimismus und Berichten über mögliches Interesse von Silver Lake. Ein Teil des heutigen Anstiegs ist schlicht Nachkauf von Marktteilnehmern, die die Earnings-Reaktion abgewartet haben.
Workdays KI-Story ist real — 5.500 Kunden mit mindestens einem aktiven Agenten ist keine Pilotphase mehr. Aber bei einer Aktie, die bereits stark gelaufen ist und bei der ein Neutral-Analyst das Kursziel um 65 Dollar anhebt, ohne die Einschätzung zu ändern, sollte man die Euphorie mit etwas Abstand betrachten.
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