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Marktbericht
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Zurückgezogener FDA-Antrag für ifinatamab deruxtecan belastet Merck und schürt Zweifel an der Pipeline-Breite

Keytruda trägt rund die Hälfte des Merck-Umsatzes — und der Markt fragt sich, ob die Pipeline dahinter breit genug ist, um den bevorstehenden Patentablauf aufzufangen.

Ende September zogen Merck und Daiichi Sankyo den US-Zulassungsantrag für ifinatamab deruxtecan bei vorbehandeltem kleinzelligem Lungenkrebs freiwillig zurück. Das ist der konkrete Auslöser für den heutigen Abgabedruck — und er trifft Merck an einer empfindlichen Stelle: dem Versuch, neben Keytruda ein zweites Standbein aufzubauen.

Keytruda ist das Problem, das Merck nicht loswird. Der Krebsimmuntherapeutikum trägt ungefähr die Hälfte des Konzernumsatzes, und der Patentschutz läuft gegen Ende dieses Jahrzehnts aus. Solange die Pipeline keinen überzeugenden Nachfolger liefert, wird jeder Rückschlag wie der heutige als Bestätigung dieser Sorge gelesen. RBC Capital stufte die Aktie heute auf „Sector Perform” herab und nannte explizit die Bewertung im Verhältnis zum Keytruda-Ablauf als Grund. Wall Street Zen senkte das Rating von „Buy” auf „Hold”.

Gleichzeitig hob JPMorgan das Kursziel von 150 auf 165 US-Dollar an und behielt „Overweight” bei — ein offensichtlicher Widerspruch zum heutigen Kursverhalten, der zeigt, dass die Analystengemeinde nicht einheitlich positioniert ist. Positive Daten zu tulisokibart, die Merck am 30. September veröffentlichte, verhinderten den Verkaufsdruck ebenfalls nicht.

Institutionelle Positionsreduzierungen und der Bruch kurzfristiger gleitender Durchschnitte verstärkten die Bewegung technisch. Ob das Pre-Earnings-Positioning eine Rolle spielt, ist plausibel: Am 29. Oktober legt Merck Quartalszahlen vor, der EPS-Konsens liegt bei 2,25 US-Dollar. Wer bis dahin Antworten auf die Pipeline-Frage erwartet, wird sie im Earnings Call suchen — und wer keine erwartet, verkauft lieber vorher.

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